Shitstorm

In der deutschen Sprache ist mit dem Begriff eine Empörungswelle im Internet gemeint.

Ein Shitstorm bezeichnet eine Phase, in der Einzelpersonen, Unternehmen, Behörden, Vereine oder prominente Personen wie Künstler, Sportler oder Politiker mit vielfach geäußerter Kritik einer zahlenmäßig relativ großen Menschenmenge im Internet umgehen müssen. Shitstorms finden in sozialen Medien statt – meist auf Facebook, Twitter und in Blogs.

Sie beginnen üblicherweise mit der geäußerten Empörung einzelner Personen, der sich immer mehr Menschen mit eigenen Beiträgen und Kommentaren zu bereits vorhandenen Einträgen anschließen. Innerhalb weniger Stunden oder Tagen breitet sich die Entrüstung auf weitere teilnehmende Personen aus, sodass die Beleidigungen schließlich wie eine Lawine auf das Ziel des Shitstorms zurollen. Im Regelfall werden die Äußerungen im Laufe der Zeit immer unsachlicher und kränkender, bevor die Kritikwelle schließlich aufhört.

Bei einem Shitstorm stehen die User in 95 Prozent der Fälle auf der Seite der Empörten und nicht auf der Seite des Betroffenen. Warum? Wie entsteht überhaupt ein Shitstorm? Warum beleidigen wir andere im Netz, obwohl uns ein „Fehler“, eine missverständliche Formulierung sicher genauso passieren könnte? Menschen fühlen innerhalb einer Gruppe stärker, sie werden Teil einer Gemeinschaft, wenn sie mit anderen Menschen auf eine Person „einschlagen“. Mittlerweile haben die User im Internet sogar kein Problem mehr damit, dabei ihren Klarnamen zu verwenden, verschafft ihnen das doch die Möglichkeit, sich einmal Gehör zu verschaffen, ohne dem Gegner direkt ins Auge sehen zu müssen.

Das ZDF hat eine ausführliche Seite über das Thema Shitstorm bereitgestellt.

Stand November 2019