Kommerz & Werbung

Content vs. Werbung: Viele erkennen keinen Unterschied. In sozialen Medien verschwimmen die Grenzen zwischen Inhalt und Werbung. Viele Nutzer sehen das kritisch, doch es gibt auch welche, die wollen nicht auf Werbung verzichten.

Der Werbe-Algorithmus:

Nutzerinnen und Nutzer finden im Netz eine Vielzahl an personalisierten Werbeinhalten, die speziell auf ihre Interessen zugeschnitten sind. Die hierzu verwendeten Daten stammen beispielsweise aus Suchanfragen bei Google oder das Preisgeben persönlicher Interessen via Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter. Entsprechende Daten werden gesammelt, ausgewertet und anschließend zu Werbezwecken genutzt. Angezeigte Werbeinhalte sind also speziell auf die persönlichen Interessen der Nutzerinnen und Nutzer abgestimmt. Dies nennt man die Personalisierte Werbung. Seit kurzem ist eine Deaktivierung von personalisierten Werbeanzeigen für Facebook möglich. Pass also auf was du alles in Google und Co eingibst und versuche die Werbung zu erkennen. Alternativen zu Google und Datenschutzverordnungen findest du hier (Verlinkung zu den Unterseiten).

Virale Werbung ist die Verbreitung von Produkten oder Werbeinhalten durch Teilen und weiterleiten auf Social-Media-Plattformen. Das kann auch nur durch eine Gefällt mir Angabe ausgelöst werden und es entsteht eine Art Schneeballsystem. Sei also vorsichtig was du auf Social-Media verbreitest und Likest.

Gewinnspiele sind auch eine Masche der Werbeindustrie. Im Mittelpunkt von vielen Online-Gewinnspielen steht meist eine bestimmte Marke oder ein bestimmtes Produkt. Viele Gewinnspiele via Facebook setzen zur Teilnahme voraus, dass die Profile der Werbetreibenden mit „Gefällt mir“ markiert werden. Auf diese Weise soll zusätzlich die Reichweite der Social-Media-Kanäle der Unternehmen erhöht werden oder auch deine persönlichen Daten verwendet werden. Wäge also ab, ob dir der mögliche Gewinn das wert ist.

Werbeformen:

Bannerwerbung = auf Webseiten eingebaute Grafiken, die grundsätzlich klassischen Werbeanzeigen in Printmedien ähneln und auf die Webseite der Firma leitet. Interaktive Banner fordern die Nutzer/-innen auf, eine bestimmte Aktion auf dem Banner auszuführen, so zum Beispiel eine Quizfrage zu beantworten, um auf die Webseite des Werbetreibenden weitergeleitet zu werden.

Unterbrecherwerbung = Das Surfen auf einer Webseite wird dadurch unterbrochen, dass sich ein Fenster mit einer Werbeanzeige (z.B. ein Banner oder Video) über die eigentliche Internetseite legt. Erst manuell durch Anklicken des „Schließen“-Buttons kann das Surfen auf der eigentlichen Webeseite fortgesetzt werden. Oftmals sind die „Schließen“-Buttons auch so platziert, dass das Wegklicken der Werbung nicht leicht möglich ist.

In-Stream-Video-Ads = Werbespots, die vor, während oder nach dem Streaming eines Videos gezeigt werden. Zum Einsatz kommen diese Werbespots beispielsweise auf dem Videoportal Youtube.

In-Text-Werbung = Werbeanzeigen in Textform. Ein typisches Beispiel für deren Anwendung ist das Anzeigen von gesponserten Suchergebnissen bei Google.

Product Placement = Sind Werbeanzeigen nicht explizit als solche zu erkennen, sondern in inhaltliche Beiträge eingebettet, so spricht man von Product Placement. Aktuell spielt diese Form der Werbung online und im TV eine wichtige Rolle: Bekannte Youtube-Künstler/-innen greifen Produkte in ihren Videos auf und preisen diese unterschwellig oder auch offensichtlich an. Werbetreibende Unternehmen kooperieren hierfür mit den entsprechenden Protagonisten der Videos. Bekannte Youtube-Künstler müssen diese nun auf Werbekooperationen in ihren Video-Beschreibungen hinweisen.

In-Game-Werbung = In vielen Computerspielen sind Produkte oder Marken integriert, die eine indirekte Werbeform darstellen. Der Gamer ist sich dessen nicht bewusst aber es erfolgt sozusagen ein unterbewusstes Product-Placement.

Stand November 2019